Die Kältewelle hält weiter an und Deutschland zittert. Schnee und Glätte erhöhen das Unfallrisiko auf den Straßen. In Osteuropa sind bereits mehr als 100 Menschen gestorben. Und der Tiefpunkt ist noch nicht erreicht.
Wer von wärmeren Temperaturen geträumt hat, muss jetzt ganz stark sein: Es wird zunächst noch einmal schlimmer, bevor es erträglicher wird. Ähnlich wie in ganz Europa sollen die Temperaturen auch in Deutschland noch weiter zurückgehen, schreibt Welt Online. Bisher war es mit -35,3 Grad am bayerinschen Funtensee, zitiert Spiegel Online den Wetterdienst Meteomedia. In Sachsen fiel das Thermometer in Mörgenröthe-Rautenkkranz auf immer noch beachtliche -27,9 Grad. Inzwischen hat es auch in Deutschland die ersten Kältetoten gegeben, wie folgendes Video zeigt:
Weniger mit den Temperaturen als mit einem Zuviel an Niederschlägen haben Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern zu kämpfen. In beiden Bundesländern hat es besonders viel geschneit, bis zu zehn Zentimeter laut Spiegel Online. Die Inseln Juist und Wangerooge haben zurzeit keine funktionierende Verbindung zum Festland, die Inselflieger haben den Dienst eingestellt. Fähren fahren wegen Vereisung schon länger nicht mehr. Tief "Katarzyna" bringt die weiße Pracht auch weiter Richtung Süden, während sich im Norden die Sonne durchsetzt.
Hat Deutschland die Kältewelle damit überstanden? Keineswegs. "Es bleibt vorerst noch kalt", sagte die DWD-Meteorologin Dorothea Paetzold Spiegel Online. Und das Wetter ist nicht das einzige Problem für die Autofahrer im Land. Am Wochenende rechnet der ADAC vor allem auf den Wintersportrouten mit deutlich mehr Autofahrern. In Sachsen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern sollten sich Skifans auf Staus in der Kälte vorbereiten. Hier beginnen die Winterferien. Auf der Heimfahrt sind hingegen Berliner und Brandenburger.
Gefühlt wird Deutschland schockgefrostet
Vor allem da die gefühlte Temperatur noch einmal 5 bis 10 Grad darunter liegt, wird es hierzulande wie im Kühlschrank. In Ostdeutschland soll es dem Empfinden nach stellenweise -35 Grad werden. Nur Küsten- und Inselbewohner dürfen auf leicht wärmere Temperaturen hoffen. Der ADAC ist im Dauereinsatz. Bundesweit hat sich die Zahl der hilferufenden Autofahrer auf 20.000 verdoppelt, sagte ein ADAC-Sprecher der Frankfurter Rundschau.
Mehr als 100 Kältetote in der Ukraine
Vor allem Obdachlose fallen in Osteuropa der Kälte zum Opfer. Allein in der Ukraine sind mehr als 100 Menschen erfroren, berichtet die Nachrichtenagenur dpa. Die Leichen würden in den Straßen liegen. Aus Russland melden die Behörden bisher 60 Tote als Folge der Kälte. Auch in Norditalien haben Eis und Schnee das Sagen, berichtet dpa. Wegen der Kälte komme es zu Stromausfällen, Züge blieben im Schnee stecken. Nur die Schüler in Rom konnten sich freuen: Für sie fiel der Unterricht aus und sie konnten früh in ein winterreiches Wochenende starten. (jg)