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Online-Doktor jetzt auch in Deutschland

Neben dem Bestellen von Kleidung und Lebensmitteln kann man jetzt auch online zum Arzt gehen. Seit Montag praktizieren zwei deutsche Ärzte im Netz. Kritik kommt von anderen deutschen Medizinern.

Bisher war der Gang in die Arztpraxis unerlässlich. Nun geht es auch anders. Wer Probleme in den Bereichen Männer-, Frauen- oder Sexualgesundheit hat, kann sich auf "DrEd.com" anmelden und beraten lassen. Auch in den Gebieten Innere Medizin, Reisemedizin und Allgemeinmedizin wird weitergeholfen.

 

Bei den DrEd-Ärzten handelt es sich um zwei deutsche Ärzte, die inzwischen in London leben. Sie wurden als Ärzte durch die englische Ärztekammer anerkannt. Ihr Wohnort macht die Online-Praxis überhaupt möglich, denn in Deutschland sind Ferndiagnosen rechtlich nicht zugelassen. Durch eine englische Version der Online-Praxis konnten sie bereits Erfahrungen sammeln.

 

Die Bundesärztekammer kritisiert, dass das notwendige Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient nur durch persönlichen Kontakt geschaffen werden könne. Telemedizinische Verfahren könnten ärztliches Handeln zwar unterstützen, seien aber kein Instrument, um ärztliche Kompetenz zu ersetzen.

 

Interessant könnten die Onlineärzte für Menschen in ländlichen Gebieten sein. Schließlich gibt es in vielen Regionen akuten Ärztemangel, sodass Patienten bisweilen einfach der Weg in die nächste Praxis zu weit war. Dagegen soll es künftig ein Gesetz geben. Der Bundestag hat jetzt ein Versorgungsstrukturgesetz gebilligt. Dieses Gesetz soll sicherstellen, dass Menschen medizinische Versorgung wohnortnah wahrnehmen können. Ärzte, die sich in Mangelgebieten niederlassen, können auf eine finanzielle Stütze setzen.

 

So läuft der Besuch in der Onlinepraxis

 

Bis das Gesetzt greift, wird es noch dauern. Daher fragt man sich jetzt zurecht: Wie funktioniert der Besuch beim Internetarzt? Einfach die Homepage besuchen und sich anmelden. Dann müssen einige Fragen zum Krankheitsbild sowie zum allgemeinen Gesundheitszustand beantwortet werden. Wenige Stunden später erhält man eine Diagnose in einer persönlichen, passwort-geschützten Patientenakte.

 

Bezüglich der Behandlung gilt: Die detaillierten Empfehlungen der DrEd-Ärzte sind zu befolgen. Das Rezept wird von den Ärzten in London ausgestellt und ist innerhalb von zwei bis drei Werktagen in Ihrem Postkasten. Für weitere Fragen kann auch der Beipackzettel zu Rate gezogen werden.

 

Welche Kosten entstehen?

 

Die übliche Praxisgebühr entfällt. Für jegliche Behandlung durch DrEd-Ärzte entstehen Behandlungskosten zwischen neun und 29 Euro. Dazu kommen dann natürlich noch die Kosten für die jeweils verschriebenen Medikamente bei Einlösen des Rezeptes.

 

Noch arbeiten deutsche Kassen nicht mit "DrEd.com" zusammen. Um auf der sicheren Seite zu sein, sollte man daher vor einer Behandlung  absprechen, ob die Kasse eventuelle Kosten übernimmt. (mp)

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