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Tragödie eines Superstars - Amy Winehouse stirbt mit 27
25. Juli 2011

Tragödie eines Superstars - Amy Winehouse stirbt mit 27

Die Ausnahmekünstlerin Amy Winehouse galt als eine der Pop- und Stilikonen des 21. Jahrhunderts. In den vergangenen Jahren kämpfte die Sängerin mit ihrer Alkohol- und Drogensucht. Am 23. Juli starb sie in ihrer Londoner Wohnung im Alter von nur 27 Jahren - der Grund für ihr tragisches Ableben ist bisher noch ungeklärt. Die Auswertung des toxikologischen Befunds soll Aufschluss über die Todesursache geben. Einäscherung und Beerdigung der Soulsängerin finden am 26. Juli in London statt.

Musikkritiker bezeichneten Amy Winehouse als eines der größten Musiktalente der Gegenwart. Man sagte ihr nach, dass sie ein musikalisches Genie sei. Mit zwei veröffentlichten Alben schaffte es die Britin karrieretechnisch nach ganz oben. Allerdings bekam sie ihre privaten Probleme nie ganz in den Griff. Die letzten Jahre im Leben der Amy Jade Winehouse waren geprägt von Skandalen, Eskapaden und katastrophalen Abstürzen.

 

Am 23. Juli 2011 wird sie leblos im Bett ihres Appartements im Norden Londons gefunden. Medien spekulieren, sie sei an den Folgen ihres regelmäßigen Drogen- und Alkoholkonsums gestorben. Die britische Boulevard-Zeitung "The Sun" berichtet von einer möglichen tödlichen Überdosis. Denn am Vorabend soll die Frau mit der eindrucksvollen Stimme laut dem US-Magazin "People" unter Berufung auf eine Quelle beim Kauf verschiedener Drogen wie Kokain, Heroin, Ecstasy und Amphetaminen gesehen worden sein. Ihre Angehörigen weisen die Gerüchte vehement zurück. Es wurden keine Drogen in ihrer Wohnung gefunden. Eine umfangreiche Obduktion am Anfang der Woche ergab keine Klarheit über die Todesursache der erst 27-Jährigen. Laut der Londoner Polizei seien weitere toxikologische Tests notwendig. Mit Ergebnissen sei in einigen Wochen, möglicherweise sogar Monaten zu rechnen.

 

Da es jüdische Tradition ist, die Beerdigung so schnell wie möglich nach einem Todesfall abzuhalten, wird Amy Winehouse am 26. Juli in London eingeäschert und im engsten Kreis beerdigt. Ein Sprecher der Familie bestätigte, dass die private Zeremonie im Beisein der Angehörigen und engen Freunde stattfindet. Die Familie berate sich noch darüber, ob Amys Asche mit der ihrer Großmutter vermischt wird. Dies sei ihr letzter Wunsch gewesen.

 

Pop- und Stilikone

 

Familie und Musik - das waren die Standbeine in ihrem Leben. Bereits mit 14 Jahren schrieb sie erste Songs. Zwei Jahre später flog sie von der Theaterschule, um in kleinen Clubs in ihrer Geburtsstadt London aufzutreten. Mit ihrem 2006 erschienen zweiten Album "Back To Black" gelang ihr der internationale Durchbruch: Das Album wurde mit fünf Grammys ausgezeichnet und verkaufte sich mehr als zehn Millionen Mal. Mit autobiografischen Hits wie "Rehab" und "You Know I'm No Good" brachte sie den Retro-Soul der 60er Jahre zurück. In ihrer Musik verarbeitete die Sängerin stets selbst erlebte Dinge, die sie bewegten.

 

Hochgesteckte Turmfrisur, breiter schwarzer Lidstrich, Tattoos und extravaganter Kleidungsstil waren neben ihrer rauchigen Soulstimme ihre Markenzeichen, die sie zur punkigen Stilikone machten. Modeschöpfer Karl Lagerfeld bezeichnete Winehouse einst als die "neue Brigitte Bardot". Für das britische Label Fred Perry designte sie eine eigene Modelinie.

 

Ein Skandal nach dem anderen

 

Der Höhepunkt ihrer Karriere war auch der Wendepunkt. Der Absturz begann und die exzentrische Soul-Diva leistete sich einige Fehltritte. Sie war zahlreich in den Medien vertreten - in den vergangenen Jahren allerdings meist mit Negativ-Schlagzeilen. Noch mehr als durch ihre Musik machte sie mit ihrem Privatleben auf sich aufmerksam. Während ihrer zwei Jahre andauernden Ehe mit dem Musikvideoassistenten Blake Fielder-Civil machte sie vermehrt mit Zusammenbrüchen, Schlägereien, Magersucht-Problemen, Drogen- und Alkoholeskapaden auf sich aufmerksam. Bereits 2009 lag sie angeblich regungslos in den Armen ihres Noch-Ehemanns - er konnte sie wiederbeleben.

 

"They try to make me go to rehab, but I said no, no, no."

 

Ihr gesundheitlicher Zustand zwingt sie mehrfach dazu, sich in Entziehungskur zu begeben. Im Mai 2011 ließ sie sich zuletzt volltrunken in die Londoner Suchtklinik "The Priory" einweisen. Kurz zuvor hatte sich ihr Freund - Regisseur Reg Traviss - von ihr getrennt. Auch er soll versucht haben, Amy beim Kampf gegen ihre Sucht zu helfen.

 

Ärzte ermahnten sie, ihren Lebensstil schleunigst zu ändern. Wie die "Sun" im Mai berichtete, sprachen Ärzte ihr gegenüber sogar von ihrer "allerletzten Chance". Trotzdem folgten zu oft Rückfälle. Die von Depressionen und Selbsthass geplagte Winehouse bekam ihre Sucht nie ausreichend in den Griff. Nach Aussage ihrer Eltern war sie im Januar 2009 zwei Mal knapp dem Drogentod entgangen. Ihre Mutter Janis Winehouse sagte schon 2008 in einem Interview: "Wir sehen zu, wie sie sich selbst umbringt, ganz langsam." Sie befürchtete damals, ihre Tochter werde innerhalb des nächsten Jahres sterben.

 

Die traurige Prophezeiung wurde etwas später wahr. Dass Amy Winehouse sich so schlecht gegen ihre Tragödie wehren konnte, mag viele persönliche Gründe haben. Sie wollte nie unterscheiden zwischen privater und öffentlicher Person, zwischen ihrem Seelenleben und ihrer Musik - und trug dies auf der Bühne zur Schau.

 

Bei einem ihrer letzten Auftritte am 18. Juni in Belgrad wurde sie unter Alkohol- und möglicherweise Drogeneinfluss ausgebuht. Aus dem katastrophalen Konzert resultierte das Absagen ihrer kompletten Comeback-Tour. Drei Tage vor ihrem Tod stand sie ein letztes Mal auf der Bühne, um ihre 15-jährige Patentochter Dionne Bromfield bei ihrem Auftritt musikalisch zu unterstützen.

 

Die Britin schließt sich dem mysteriösen sowie tragischen "Club 27" an: Wie die ebenfalls hoch talentierten Musik-Ikonen Janis Joplin, Jimi Hendrix, Jim Morrison und Kurt Cobain kämpfte Amy Winehouse gegen die Drogensucht an. Und wie auch sie schied das Ausnahmetalent tragisch und mit nur 27 Jahren aus dem Leben. (rot)


 

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