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Im Trend: Selber kochen, statt kochen lassen

Das umtriebige Leben in deutschen Küchen lässt sich auch von Lebensmittelkrisen nicht erschüttern. Den aktuellen Schreckensmeldungen vom Dioxin-Skandal zum Trotz meldet das Umfragen-Institut Forsa: Deutsche haben großen Spaß am Kochen!

Am Rande der Messe "LivingKitchen" in Köln hat Forsa-Geschäftsführer Manfred Güllner die aktuelle Studie "Lebensraum Küche 2011: Wie kocht Deutschland?" vorgestellt. Das Ergebnis lässt sich in drei einfachen Worten zusammenfassen: Deutsche lieben kochen. "Unsere Resultate bestätigen den allgemeinen Trend einer Rückbesinnung auf klassische Tugenden und Werte, zu denen sich auch das anspruchsvolle Kochen zählen lässt", erklärt Güllner.

Zwei Drittel der Deutschen kochen täglich zuhause

Weil es sich bei der Forsa-Untersuchung um die bislang umfangreichste Studie dieser Art handelt, lassen sich nur schwer Vergleichswerte finden. Dennoch überraschen die Zahlen. Schließlich gaben knapp zwei Drittel (68 Prozent) aller Befragten an, täglich in der heimischen Küche warme Mahlzeiten zuzubereiten. Rund ein Drittel (29 Prozent) kocht immerhin mehrmals in der Woche selbst. Die Zahl der Kochmuffel ist verschwindend gering - nur drei Prozent der Befragten gaben an, sich wenigstens ein Mal im Monat zum Kochen aufzuraffen.

Die vier Kochtypen

Die deutschen Kochen also gern. Doch was kommt in den Topf und woher holen sich die Heimköche ihre Inspiration? Forsa befragte die Probanden nicht nur nach der Einrichtung ihrer Küche, sondern auch nach ihren Kochvorlieben. Dabei stellte sich heraus, dass vor allem die mediterrane Küche großen Einfluss auf das deutsche Kochverhalten ausübt. Pizza, Pasta und Paella stehen auf den Speiseplänen von 53 Prozent der Befragten hoch im Kurs. Erst an zweiter Stelle folgt mit 50 Prozent die gutbürgerliche heimische Kost.

Inspiration zum Kochen holen sich die Deutschen zumeist aus niedergeschriebenen Rezepten. Knapp 81 Prozent greifen auf Kochbücher zurück. Als Quelle für Rezeptideen nennen jeweils 60 Prozent Zeitschriften und Internet. Verhältnismäßig schlecht kommen Kochsendungen weg. Nur ein Drittel (33 Prozent) aller Befragten gibt an, von TV-Köchen zum Kochen motiviert zu werden. Verwunderlich, weil sich doch gerade Kochsendungen à la Lafer, Lichter, Lecker immer größerer Beliebtheit erfreuen.

Auf Grundlage der Erhebung hat Forsa vier Kochtypen ermittelt. Demnach sind in Deutschland die "Smart-Kocher" (32 Prozent), die Wert auf nährstoffreiche und fettarme Kost legen, am stärksten vertreten. 28 Prozent gehören den bewusst und gesund lebenden "Bio-Kochern" an. Auf Rang drei stehen mit 22 Prozent die "Genuss-Kocher" - ein Typus, der in der Küche gern herum experimentiert. Am schwächsten vertreten ist mit 18 Prozent die Gruppe der sogenannten "Satt-Kocher", die bei der Ernährung vor allem auf Tiefkühlkost setzen.

Untersucht wurde bei der Forsa-Studie das Kochverhalten von mehr als 3.000 Männern und Frauen zwischen 30 und 70 Jahren. Alle Befragten lebten in Mehrpersonenhaushalten mit einem monatlichen Nettoeinkommen von über 2.500 Euro. Die Studie repräsentiert also durchschnittliche Familien mit mittlerem oder höherem Einkommen. (fs)

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