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Wetter: Das große Bibbern geht weiter
06. Februar 2012

Wetter: Das große Bibbern geht weiter

Europa gleicht einem eisigen Kühlschrank und ab Mittwoch rechnen Meteorologen mit noch mehr Schnee. In ganz Europa starben bisher 300 Menschen aufgrund der Kälte. Bringt ein Tief aus Italien die Wende?

Der Rekord für die kälteste Nacht des Jahres wurde erneut gebrochen. In der Nacht zu Sonntag zeigten die Thermometer in Oberstdorf im Oberallgäu frostige -28 Grad an. Und laut Meteorologe Christoph Hartmann vom Deutschen Wetterdienst ist vorerst kaum Besserung in Sicht. Im Gegenteil: Dienstag soll es noch frostiger werden.

 

Auf den Schiffsverkehr haben die extremen Temperaturen besondere Auswirkungen. Die Elbe ist von Hamburg bis nach Magdeburg unbefahrbar, meldet die Wasserschutzpolizei. Die dpa berichtet von einem Frachter, der sich in der Nacht zu Montag bei Magdeburg festfuhr und auf Hilfe von Eisbrechern warten musste.

 

Alles dabei: Schnee, Dauerfrost und Sonne

 

Auch wenn es im Norden Deutschlands am Dienstag tagsüber nur zwischen -2 Grad und -6 Grad werden, scheint überwiegend die Sonne. Mit Dauerfrost ist dennoch weiterhin an vielen Orten zu rechnen. In der Nacht soll es dann vereinzelt wieder zu Schneefall kommen.

 

Im Osten hingegen schneit es am Dienstag bei Temperaturen bis maximal -8 Grad. Im Bergland steigt das Quecksilber nicht über -15 Grad. Der ADAC bittet alle Autofahrer sich besonders gut auf längere Reisen vorzubereiten, denn dank der Winterferien in Sachsen-Anhalt und Thüringen wird auf den Straßen viel los sein.

 

Ab Mittwoch gibt es aber Aussicht auf wärmere Temperaturen. Grund dafür ist ein Tief, das vom Mittelmeer zu uns kommt und wärmere Luft mitbringt. Teilweise wird es sogar bis zu 10 Grad wärmer. Für den Süden der Republik wird wieder vermehrter Schneefall vorhergesagt.

 

Grund zur Freude?

 

Zugefrorene Seen sollten trotz der frostigen Bedingungen noch nicht betreten werden. Die Eisschichten könnten zu dünn und brüchig sein. Zwei deutsche Eisläufer gingen trotz Warnungen aufs Eis und kamen beim Sporttreiben ums Leben. Auch im Straßenverkehr sollte wegen örtlicher Glätte vorsichtig gefahren werden. Besonders, wenn sich ab Mittwoch Schnee zum Dauerfrost gesellt.

 

Während am Londoner Flughafen Heathrow 600 Flüge gestrichen werden mussten, stürmen in Nordafrika die Kinder aus den Häusern. Seit langem schneit es unter anderem in Algier mal wieder richtig. Die Kinder freuen sich, denn viele haben noch nie Schnee gesehen. Aber was  algerische Bürger vor Freude strahlen lässt, gibt in vielen Teilen Europas Grund zum Trauern. Insgesamt erfroren bereits rund 300 Menschen. Besonders stark trifft es Osteuropa. In der Ukraine, Polen und Rumänien wurden zusammen mehr als 200 Kälteopfer gemeldet.

 

Aufgrund des Wetters waren in Italien zwischenzeitlich über 120.000 Menschen ohne Strom. Schneelasten brachten Dächer zum Einstürzen und forderten zwei Tote. Für die Serben gab es nur noch eine Möglichkeit: den Ausnahmezustand. Wen wundert es? Die Schneedecken sind dort teilweise bis zu zwei Meter hoch. (mp)

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